Ministerpräsident von Norwegen: Russlands Angriff auf die Ukraine wird Folgen im Norden haben.

Ministerpräsident von Norwegen: Russlands Angriff auf die Ukraine wird Folgen im Norden haben.

Während Ministerpräsident Støre über eine Antwort auf das russische Schreiben mit Sicherheitsgarantien nachdenkt, hielt er in Tromsø eine Grundsatzrede.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jonas Gahr Støre nach Tromsø kommt, um eine Grundsatzrede über den Norden und die Beziehungen zu Russland zu halten. 2005 skizzierte seine Rede an der Universität Tromsø einen historisch neuen Umgang mit dem mächtigen Nachbarn im Osten.

Støre war damals Außenminister in der Regierung von Jens Stoltenberg, und die Aussichten auf ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, angeheizt durch die Zusammenarbeit mit Russland und die Energieressourcen der Barentssee, schienen real und vernünftig.

Mehr als 16 Jahre sind vergangen und Støre ist jetzt als Premierminister zurück in Tromsø. Die große Begeisterung für den Norden und die Zusammenarbeit mit Russland ist längst verflogen. Aber der Norden hat seine Bedeutung für das skandinavische Land nicht verloren, und Støre möchte die Region wieder auf die nationale Agenda setzen.

Die Beziehungen zu Russland werden nicht mehr als potenzieller Motor für die Entwicklung der Region angesehen, sondern als ernsthafte Bedrohung der regionalen Stabilität.

Die Rede in Tromsø fand statt, als Støre eine Antwort auf ein Schreiben zu Sicherheitsgarantien vorbereitete, das der russische Außenminister Sergej Lawrow am 1. Februar geschickt hatte.

Støre sagte nichts zu Lawrows Brief, machte aber sehr deutlich, dass sich sein ehemaliges enges Verhältnis zum russischen Außenminister radikal verändert habe.

Støre beschrieb sein kurzes Treffen mit Lawrow Ende Oktober letzten Jahres und betonte, dass Russlands Botschaft „ganz anders als zuvor“ sei.

Laut Støre wurde das Treffen, das nach Lawrows Teilnahme an der Sitzung des Rates der Barentsregion stattfand, in einem „guten Ton“ abgehalten.

„Aber die Botschaft ist, gelinde gesagt, eine ganz andere als zuvor“, betonte der Ministerpräsident. „Dies ist ein anderer Partner, ein anderes Land, in einer anderen Situation.“

Støre betonte, dass „ein neuer Krieg in Europa Folgen für unsere Beziehungen zu Russland haben wird, auch im Norden“.

Aber er fügte gleich hinzu, dass der Konflikt politisch werden solle und dass Norwegen weiter an guten und nachbarschaftlichen Beziehungen zu Russland arbeiten werde.

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