Arbeitsmarkt

Das Erreichen einer hohen Beschäftigungsrate hatte im Nachkriegs-Norwegen eine große Bedeutung. In den 70er-Jahren führte die Erschließung der Ölfelder in der Nordsee in Kombination mit einer aktiven Arbeitsmarktpolitik zu einer deutlich niedrigeren Arbeitslosigkeit in Norwegen als in anderen Industriestaaten.
Seit den 80er-Jahren hat die Globalisierung der Wirtschaft Norwegen jedoch enger an weltwirtschaftliche Trends gebunden, und das Niveau der Arbeitslosigkeit spiegelt die Schwankungen auf internationaler Ebene wider. Im Jahre 2002 lag die Arbeitslosenrate bei 3.9% der Erwerbsbevölkerung.

Das Netzwerk der staatlichen Arbeitsämter auf Landes- und Kommunalebene ist eines der wichtigsten Instrumente norwegischer Arbeitsmarktpolitik. Die staatlichen Behörden haben außerdem weitgefasste Beschäftigungsmaßnahmen eingeleitet, wie z.B. Lohnzuschüsse für Unternehmen, die neues Personal einstellen, Ausbildungsinitiativen und Praktikumsprogramme sowie besondere Maßnahmen für Personen mit begrenzten beruflichen Wahlmöglichkeiten.

In der Zeit zwischen den Weltkriegen hatte Norwegen, wie der Rest Europas, mit Massenarbeitslosigkeit zu kämpfen. Das Niveau der Arbeitslosigkeit erreichte 1933 seinen Höchststand, als ein Drittel der organisierten Arbeiterschaft ohne Beschäftigung war. Während des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine umfassende politische Übereinkunft darüber, dass die Vollbeschäftigung eines der wichtigsten Ziele der neuen norwegischen Wirtschaftspolitik sein sollte. Dieser Konsens wurde seitdem von den verschiedenen Regierungen aufrechterhalten.

Die Nordsee-Ölindustrie verschaffte Norwegen viele neue Jobs, aber dennoch begann die Arbeitslosigkeit in den 80er-Jahren zu steigen. Die Probleme einer überhitzten Wirtschaft in Norwegen und weltweit führten zu einem neuen und ernsthaften Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 1987-88.

In den letzten Jahren hat sich die Größe des Arbeitskräftepotentials bei 2.0 bis 2.1 Millionen Beschäftigten eingependelt. Die Anzahl der berufstätigen Frauen stieg in den 80er-Jahren und blieb seitdem hoch. Es gibt eine beachtliche Anzahl von Teilzeitbeschäftigten auf dem norwegischen Arbeitsmarkt. Knapp die Hälfte aller Frauen und ungefähr 10% aller Männer arbeiten weniger als 36 Stunden pro Woche.