Die Lokalverwaltung

Die Lokalverwaltung
Oslo Town Hall. Foto: Petter Foss/ MFA Norway

Norwegen ist in 19 Länder (fylker) und 430 Kommunen aufgeteilt. Das Recht zur Selbstverwaltung wurde vom Staat auf die Länder und Kommunen übertragen – dies liegt in der Gesetzgebung begründet, nicht in der Verfassung.

Der Staat ist auf lokaler Ebene direkt durch Büros der Landesverwaltung vertreten.

Die Kommunen sind die wichtigsten Einheiten der lokalen Regierungsverwaltung. Sie sind verantwortlich für das Grund- und das untere Sekundarschulwesen, die sozialen Einrichtungen, den kommunalen Straßenbau, die Wasserversorgung und Abwasserregulierung sowie die Flächennutzungsplanung. Das obere Sekundarschulwesen und eine Reihe von technischen Diensten werden auf Landesebene verwaltet. Jede dieser Verwaltungsebenen erzielt zum einen Teil ihre Einkünfte aus lokalen Steuern, Gebühren und öffentlichen Betrieben und zum anderen Teil aus der Vergabe von Mitteln durch die Zentralbehörden und andere öffentliche Einrichtungen.

Die Länder repräsentieren eine althergebrachte Verwaltungsteilung, die bis auf das Mittelalter und die Zeit der Wikinger zurückgeht, als die lokalen „fylkesting“ (Ratsversammlung) noch große Macht innehatten. Das System der lokalen Selbstverwaltung im Mittelalter verbrauchte sich allmählich, nachdem Norwegen zu einem einzigen Reich zusammengeführt wurde. Nach Beendigung der Union mit Dänemark wurde die Herrschaft unter einem König zentralisiert. Im Jahre 1837 wurde die lokale Selbstverwaltung in den Kommunen wieder eingeführt.

Die Länder und Kommunen werden von gewählten Ratsversammlungen regiert, und die Wahlen finden alle vier Jahre statt. Die Mandate werden gemäß eines Systems ihrer politischen Vertretung verteilt, wobei die Anzahl der Mandate zwischen 13 (Kommunalverwaltung) und 25 (Landesverwaltung) bis hin zu 85 schwankt. Die Ratsversammlungen werden von einem Exekutivkomitee geleitet, das aus einer repräsentativen Auswahl aller Parteien und einem Bürgermeister besteht.
Es gibt Ausnahmen, hauptsächlich in Oslo und Bergen, bei denen eine parlamentarische Verwaltungsform eingesetzt ist und somit eine Lokalverwaltung auf Parteibasis existiert.

Die 18 Landesverwaltungen (Oslo ist nicht als herkömmliches Land definiert) wurden im Jahre 1975 gegründet, um eine Verwaltungsebene zwischen dem Staat und den Kommunen zu schaffen. Seit der großen Reform zur Vereinigung im Jahre 1967 hat sich die Anzahl der Kommunen bei ca. 420 bis 440 stabilisiert.