Lebensstandard

Lebensstandard
Foto: Petter Foss /MFA Norway

Letzte Aktualisierung: 09.09.2009// Im letzten Jahrzehnt wurde Norwegen vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) mehrmals als das Land mit den besten Lebensbedingungen eingestuft. Auch hinsichtlich der Gleichstellung der Geschlechter liegt Norwegen – laut Global Gender Gap Report des World Economic Forum – in der Spitzengruppe.

Die Norweger leben heute länger als je zuvor. 2008 hatten neugeborene Mädchen eine Lebenserwartung von fast 83 Jahren, bei neugeborenen Jungen waren es 78 Jahre.

Die Bevölkerung befindet sich allgemein in guter gesundheitlicher Verfassung, und die Säuglingssterblichkeit ist minimal. Die Fähigkeit zum Lesen und Schreiben ist praktisch zu 100 % vorhanden, und fast jeder in der Bevölkerung hat die obere Sekundarschulausbildung abgeschlossen. Es gibt keine extreme Armut in Norwegen, und die relative Anzahl von Menschen an der Armutsgrenze ist im Vergleich zu anderen OECD-Ländern gering.

Das BIP pro Kopf ist hoch, und der Wohlstand ist innerhalb der Bevölkerung relativ gleichmäßig verteilt. In allen Bereichen der Gesellschaft sind Männer und Frauen weitgehend gleichgestellt. In Übereinstimmung mit der sozialstaatlichen Ausrichtung gibt es in Norwegen ein allgemeines staatliches Gesundheitswesen, das aus Steuereinnahmen finanziert wird, und ein staatliches Sozialversicherungssystem, das allen Bürgern und Einwohnern unter anderem eine Rente und gegebenenfalls Arbeitslosengeld sichert.

Sowohl der staatliche als auch der private Konsum sind seit 1900 enorm angestiegen, und der Wohlstand der letzten Jahrzehnte ist in erster Linie der Entdeckung und Ausbeutung von Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Nordsee zu verdanken. Unter dem steigenden Druck der Modernisierung und Urbanisierung wurden die traditionellen stabilen Siedlungsstrukturen der Vergangenheit von einem Trend zu größerer Mobilität abgelöst, bei dem die Menschen öfter umziehen und ihre Arbeitsstellen wechseln.