Monument in Vardø erinnert an Hexenverbrennung in Nordnorwegen

Letzte Aktualisierung: 19.07.2011 // Nordnorwegen erinnert an eine dunkle Seite seiner Geschichte. Im Ort Vardø wurde jetzt ein Mahnmal eingeweiht, das der 91 Menschen gedenkt, die hier im 17. Jahrhundert als Hexen angeklagt und verbrannt wurden.

Weit im Nordosten Norwegens, wo Himmel und Meer aufeinander treffen, liegt die Varanger-Halbinsel. Am Anfang der grünen Strecke liegen die stillen Birkenwälder und Moore von Varangerbotn, am Ende eine surrealistische, zerklüftete Fels- und Klippenlandschaft.

Fischfang, Migration und Handel haben Varanger zu einem arktischen Schmelztiegel von Menschen und Kulturen gemacht. Die Nähe zu Russland und der Handel mit russischen Kaufleuten, die Zuwanderung aus Finnland und samische Traditionen kommen auf vielerlei Art zum Ausdruck und bilden den Stoff einer interessanten Kulturgeschichte.

Zur Zeit der Hexenprozesse im 17. Jh. war Vardø der Ort in Norwegen, an dem die meisten Scheiterhaufen entzündet wurden. Daran soll das sehenswerte Monument, dass in einem gemeinsamen Projekt des Schweizer Architekten Peter Zumthor und der 2010 verstorbenen französischen Künstlerin Louise Bourgeois enstanden ist, nun erinnern. Bourgeois zählt zu den führenden Künstlerinnen der Gegenwart und Steilneset wurde ihre letzte große Installation

In einem von Zumthor entworfenen Quader aus dunklem Glas ist eine Installation von Bourgeois zu sehen: ein Stuhl mit einer lodernden Gasflamme, umgeben von sieben ovalen Spiegeln, die das Licht des Feuers reflektieren und vervielfachen. Ein zweites Gebäude ist als Museum eingerichtet.

In dem 125 Meter langen Bau, der nur von 91 Glühbirnen und 91 kleinen Fenstern beleuchtet wird, zeigen Texttafeln jedes einzelne Opfer der Hexenprozesse.

Das neue Denkmal ist Bestandteil der „Norwegischen Landschaftsroute Varanger“, die über 154 Kilometer an der Küste der Barentssee entlang von Gornitak nach Hamningberg führt.