Die Kavli-Preise 2010 wurden in Oslo vergeben

Letzte Aktualisierung: 09.09.2010// Dem deutschstämmigen Hirnforscher Thomas Südhof und weiteren internationalen Wissenschaftlern wurde diese Woche der hoch dotierte norwegische Kavli-Preis verliehen. Der in den USA arbeitende Professor hat den Mechanismus erforscht, der den Signalaustausch zwischen Nervenzellen via Botenstoffe ermöglicht.

Die Kavli-Stiftung wurde von dem Physiker Fred Kavli aus Norwegen ins Leben gerufen. Kavli ist in den 50er Jahren in die USA ausgewandert und hat dort eine Firma gegründet, die u.a. Sensoren für Flugzeuge und Raketen entwickelt hat. Im Alter stiftete er den Preis, der der wissenschaftlichen Förderung für den Nutzen der Menschheit gewidmet ist. Die Auszeichnung soll dazu dienen, die Forschung zu unterstützen, wissenschaftliche Errungenschaften zu ehren und Verständnis für die Arbeit der Wissenschaftler zu fördern. Alle zwei Jahre wird der Preis, der seit dem Jahr 2008 in Norwegen verliehen wird, an Wissenschaftler in den Bereichen Nanowisseschaft, Astrophysik und Neurowisseschaft vergeben.

Der diesjährige Preisträger Thomas Südhof ist in Göttingen geboren, arbeitet aber seit Jahren an der Stanford University of Medicine in der USA. Zusammen mit seinen zwei amerikanischen Kollegen Richard Scheller von der US-Biotechfirma Genentech und James Rothman von der Yale University, wurde ihm der Preis am 7. September vom König Harald V überreicht. Der Preis gilt als eine „Ergänzung“ zu den Nobelpreisen und ist mit einer Million US-Dollar pro Kategorie dotiert.

In der Kategorie Astrophysik wurde u. a. der gebürtige Brite Raymond Wilson für seine bahnbrechende Entwicklung der „Aktiven Optik“ ausgezeichnet. Diese Entwicklung gilt als eine Schlüsseltechnologie für den Bau moderner Großteleskope. Unter Raymond Wilsons Leitung wurde diese Technik zuerst bei der Firma Carl Zeiss in Oberkochen, seit 1972 bei der Europäischen Südsternwarte ESO mit Hauptsitz in Garching bei München entwickelt. Weitere Informationen zu den einzelnen Preisträgern und ihrer Forschungsarbeit finden Sie auf der Webseite der Kavli-Stiftung.