Internationaler Währungsfonds dankt Norwegen für Kreditangebot

Letzte Aktualisierung: 24.04.2012 // Norwegen steht bislang mit einer hohen wirtschaftlichen Aktivität und niedriger Arbeitslosenquote gut da, gleichzeitig wirkt sich aber die kritische Situation in Europa auch auf Norwegen aus. Norwegen möchte deshalb mit 53 Mrd. Kronen zur Erhöhung der Kreditkapazität des IMF beitragen.

Norwegen hat dem Internationalen Währungsfonds (IMF) im Dezember einen Kredit in Höhe von bis zu 53 Mrd. Kronen (6 Mrd. SDR) angeboten, um die Kreditkapazität des Fonds zu stärken. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, dankt Norwegen für seinen Beitrag jetzt in einer Pressemeldung. – Dies zeigt die Verpflichtung zum Multilateralismus und trägt dazu bei, dass der Fonds genügend Ressourcen hat, um Krisen zu bewältigen und für globale ökonomische Stabilität zu arbeiten, schreibt sie in einer Pressemitteilung. Die Pressemeldung des IMF kann hier gelesen werden.

Die EU ist Norwegens wichtigster Handelspartner. Die ökonomische Stabilität in Europa ist daher für die norwegische Wirtschaft und den norwegischen Arbeitsmarkt von großer Bedeutung.
„Viele der Handels- und Kooperationspartner Norwegens befinden sich jetzt in einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Die Arbeitslosigkeit ist in vielen Ländern hoch, besonders unter der Jugend. Ein breiter Einsatz, der ein neues Wachstum und Beschäftigung schaffen kann, ist wichtig. Es ist natürlich, dass Norwegen dazu beiträgt. Wir haben ein starkes Interesse an einer internationalen wirtschaftlichen und finanziellen Stabilität, samt bedeutender internationaler Reserven“, sagt Norwegens Finanzminister Sigbjørn Johnsen.

Die norwegischen Kredite werden dem IMF für die allgemeine Kredittätigkeit zur Verfügung gestellt. Damit werden sie für alle IMF Mitgliedsländer zugänglich und sind nicht für eine bestimmte Region oder Gruppe von Ländern zweckbestimmt. Der Betrag, den Norwegen als Kredit anbietet, repräsentiert eine Verdoppelung des gesamten Kreditrahmens Norwegens an den IMF. Das norwegische Angebot setzt einen größeren internationalen Einsatz zur Stärkung der IMF Kreditkapazität voraus.

Bereits in der letzten Finanzkrise zeigte sich Norwegen solidarisch und stellte Island und Lettland Kredite von 480 und 378 Millionen Euro zur Verfügung. Durch die sogenannte EWR-Finanzierungsordnung wird Norwegen in den Jahren 2009 bis 2014 jährlich mit fast 400 Millionen Euro zum sozialen und ökonomischen Ausgleich in Europa beitragen. Pro Kopf entspricht dies den Beitragszahlungen von Ländern wie Frankreich, Italien und Finnland.

Lesen Sie mehr über Norwegen als verantwortungsvoller und solidarischer Partner in Europa hier.