Migration in Norwegen

Letzte Aktualisierung: 21.10.2010// Über Jahrhunderte hinweg war Norwegen sowohl ethnisch als auch religiös gesehen eine relativ homoge Gesellschaft. Mittlerweile leben Menschen aus 215 verschiedenen Nationen im Land, die entweder auf Grund von Arbeit, Studium, Familie, oder als Asylsuchende oder Flüchtlinge gekommen sind. Mehr als 11% der heutigen Bevölkerung in Norwegen sind heutzutage entweder Migranten oder haben eine Migrationshintergrund.

Wie in den meisten anderen europäischen Staaten, begann der wachsende Migrationszustrom in Norwegen zu Beginn der 60er Jahre. Zu dieser Zeit waren es vor allem Arbeitseinwanderer aus Asien, besonders Pakistan, die in dem kalten und – für sie höchst wahrscheinlich – sehr fremden Land Nord-Europas eine neue Bleibe fanden. Die Arbeitseinwanderung aus Asien hielt ungefähr bis in die 70er Jahre an. Sie führte dazu, dass Menschen mit pakistanischem Migrationshintergrund heute die größte Gruppe der nicht-europäischen Migranten in Norwegen ausmachen. Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 4,8 Millionen Einwohner leben heute über 30.000 Menschen mit pakistanischen Wurzeln in Norwegen.

Im Gesamtüberblick sind es jedoch die Polen, die die größte Einwanderungsgruppe stellen. Seit dem EU-Beitritt Polens im Jahre 2004 ist die Anzahl der nach Norwegen imigrierenden polnischen Staatsbürger stark angestiegen. Die Hauptgründe sind unter anderem in dem dem hohen Arbeitskräftemangel und dem hohe Lohnniveau in Norwegen zu finden. So sind es auch vor allem männliche Handwerker und Facharbeiter, die den Schritt nach Norwegen wagen um dort Arbeit zu finden. Teilweise leben viele ihrer Familien noch im Heimatland, jedoch enscheiden sich immer mehr polnische Familien auch für eine Umsiedelung nach Norwegen.

Weitere grosse Migrationsgruppen kommen aus Schweden, dem Irak, Somalia und Vietnam. Vor allem in der Hauptstadt Oslo gibt es eine sehr internationale Bevölkerungszusammensetzung. Laut des staatlichen Amts für Statistik (SSB), haben 24% der Osloer Bevölkerung einen Migrationshintergrund.

Die norwegische Regierung hat viele Maßnahmen eingeführt, die eine Integration der Migranten in die norwegische Gesellschaft erleichtern und fördern sollen.

Für Asylbewerber gibt es zum Beispiel Einführungskurse, bei dem die Teilnahme nicht nur empfohlen, sondern Pflicht ist. Zu den Inhalten des bis zu zwei Jahre dauernden Programmes zählen unter anderem Sprachkurse und Unterricht in norwegischer Gesellschaft und Kultur.

In politischer Hinsicht ist Norwegen Mitglied des Schengenabkommens, dass den freien Personenverkehr innerhalb der sogenannten Schengenstaaten vorsieht sowie Vertragspartner des Dubliner-Übereinkommens, welches auf europäischer Ebene die Asylantragsstellung in den Unterzeichnerstaaten regelt.