Wale

Fakten zum Norwegischen Walfang

  • In Norwegen wird der Zwergwal gefangen. Für die übrigen ca. 75 Walarten gilt Fangverbot.
    Der Zwergwal gehört nicht zu den bedrohten Tierarten. Der Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfang Kommission (IWC) hat den Bestand an Zwergwalen für die norwegischen Fanggründe auf 107.000 geschätzt. Weltweit gibt es mehr als eine Million Zwergwale.
  • Für das Jahr 2006 beträgt die Fangquote 1052 Zwergwale. Das sind ein Prozent des regionalen Bestandes.
  • An der Fangsaison 2006 (1. April bis 31. August) werden sich ca. 30 Boote beteiligen. Die Besatzung besteht aus 3 bis 6 Mann. Walkanonen mit Harpunen, die mit Penthrit-Granaten bestückt sind, gewährleisten eine schnelle Tötung.
  • Jedes Boot wird von einem staatlich ernannten Walfanginspektor begleitet und/oder mit einem Fahrtenschreiber an Bord ausgestattet. Damit werden alle relevanten Details über den Fang registriert. Von jedem Wal wird zur Durchsetzung des Fangverbots für die bedrohten Walarten und zur Überwachung des internationalen Handels mit Zwergwalprodukten ein „DNA-Fingerabdruck“ genommen.
  • Norwegen hat Vorbehalte gegen die Aufnahme des Zwergwals in die Liste der Artenschutzbehörde CITES über Tierarten geltend gemacht, mit denen kein Handel betrieben werden darf. Der internationale Handel mit Zwergwalprodukten wurde 2002 mit Lieferungen nach Island wieder aufgenommen und 2003 auf die Färöer Inseln (Dänemark) ausgeweitet. Rund 70 Tonnen Fleisch und Speck sind ausgeführt worden.
  • Nach fünfjähriger Unterbrechung hat Norwegen 1993 den Fang von Zwergwalen wieder aufgenommen. Der Walfang in norwegischen Küstengewässern hat jahrhundertelange Tradition.
  • Die Walfänger sind Fischer – rund 150 von insgesamt ca. 15.000 Norwegischen Fischern. Im Herbst werden Heringe gefangen, im Winter Kabeljau und im Sommer Zwergwale. Für die Walfänger macht der Zwergwalfang ungefähr ein Drittel des Jahreseinkommens aus.
  • Die Fischerei ist das Rückgrat der Küstenwirtschaft in Norwegen und eine wesentliche Voraussetzung für die Besiedlung nördlicher und abgelegener Orte. Ein verantwortliches, nachhaltiges Management aller Meeresressourcen ist deshalb von größter Bedeutung.