Hochschulen

Hochschulen

Hochschulbildung
Norwegen hat sechs Universitäten, sechs Fachuniversitäten, 25 Fachhochschulen, zwei staatliche Kunsthochschulen und 29 private Einrichtungen mit Hochschulstatus. Im Herbst 2005 waren mehr als 211.000 Studenten an Hochschulinstituten eingeschrieben. Im Hinblick auf die Geschlechterverteilung waren 63% der Studenten an Fachhochschulen und 56% der Studenten an Universitäten Frauen.

Das System der Hochschulbildung umfasst alle Bildungsangebote der Universitäten und Fachhochschulen. Der dreijährige, erfolgreich abgeschlossene Besuch einer Einrichtung des oberen Sekundarschulbereichs ist in der Regel für den Zugang zu einer Hochschuleinrichtung erforderlich. Mit Ausnahme einiger privater Fachhochschulen sind alle Hochschuleinrichtungen staatlich. In der Regel werden für das Studium an norwegischen Hochschuleinrichtungen keine Studiengebühren verlangt, obgleich für bestimmte Berufsausbildungsprogramme, weiterführende und besondere Ausbildungsgänge sowie das Studium an einigen privaten Einrichtungen Gebühren erhoben werden können.

In Ergänzung zu ihren Lehraufgaben sind alle Hochschuleinrichtungen, und insbesondere die Universitäten, in erster Linie vermittels der Graduierten- und Promotionsstudiengänge für die Durchführung von Grundlagenforschung sowie Forschungsausbildung verantwortlich.

Universitäten
Norwegen hat sechs Universitäten: die Universität von Oslo – welche die älteste und größte ist, die Universität von Bergen, die Norwegische Universität für Wissenschaft und Technik in Trondheim, (Norwegian University of Science and Technology, NTNU), die Universität von Tromsø, die Universität von Stavanger und die Universität für Umwelt- und Biowissenschaft (Norwegian University of Life Sciences, UMB), sowie die Norwegische Universität für Landwirtschaft in Ås. Die spezialisierten Hochschuleinrichtungen sind: die Norwegische Schule für Wirtschaftskunde und Betriebswirtschaftslehre in Bergen, und in Oslo die Norwegische Akademie für Musik, die Norwegische Schule für Sportwissenschaft, die Norwegische Schule für Tierheilkunde, die Architekturschule und die norwegische Theologische Gemeindefakultät (Norwegian Lutheran School of Theology). Darüber hinaus gibt es zwei staatliche Kunsthochschulen in Oslo bzw. Bergen.

Fachhochschulen
Das System der staatlichen Fachhochschulen wurde geschaffen, um die Hochschulbildung in Norwegen zu dezentralisieren und ihre Zugänglichkeit zu verbessern. Die 25 Fachhochschulen bieten eine Reihe von mehr berufsorientierten Studienfächern, so wie sie an den Universitäten nicht vorgesehen sind. Diese Studien dauern gewöhnlich zwei bis vier Jahre. Viele der Hochschulen bieten auch Kurse auf Masters und PhD-Niveau an. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Studenten Kurse sowohl an Unviersitäten als auch an Hochschulen kombinieren.

Das System der akademischen Grade
Norwegen ist eines der ersten Länder in Europa, dass den Zielsetzungen des Bologna Prozesses für den Europäischen Hochschulraum folgt. Darüber hinaus hat Norwegen im Jahr 2003 eine dreijährige Qualitätsreform für die Hochschulbildung abgeschlossen, die u.a. darauf zielte, die studentische Mobilität sowie die internationale Zusammenarbeit in der Bildung zu erweitern. Mit der Einführung eines neuen Systems der akademischen Grade (siehe Abb. 1) ist es für Studenten, die ihre Ausbildung oder einen Teil davon abschließen, einfacher geworden, die Anerkennung ihrer Qualifikationen in anderen Ländern zu erlangen.

Leistungspunkte (Credits) und Bewertungsskalen
Studiengänge an Hochschuleinrichtungen werden in Übereinstimmung mit dem Europäischen System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS) in Leistungspunkten oder Credits gemessen. Dies basiert auf dem Prinzip, dass das Arbeitspensum von Vollzeitstudierenden während eines akademischen Jahres 60 ECTS-Leistungspunkte oder Credits ergibt. Die Studenten in Studiengängen mit sowohl einfachem als auch höherem akademischen Abschluss werden mittels einer Bewertungsskala beurteilt, die von A (bester Prozentsatz) bis F (Nicht bestanden) reicht, wobei E die niedrigste Abschlussnote ist. Darüber hinaus werden einige Prüfungen auf der Basis von Bestehen/Nicht Bestehen gehandhabt.