Das mystische Nordlicht

Letzte Aktualisierung: 02.12.2009 // Das Erleben des Nordlichts ist ein atemberaubender und mystischer Moment.

Das Nordlicht ist am besten bei vollkommener Dunkelheit zu sehen: Ohne störende Lichter der Zivilisation, nur mit der weißen Schneewüste, die sich bis zum Horizont erstreckt.

Im Spätherbst und Spätwinter ist das Nordlicht am häufigsten zu sehen, so dass die Monate Oktober, Februar und März zur Nordlichtbeobachtung am besten geeignet sind. Um dieses Schauspiel in vollen Zügen genießen zu können, sollten Sie Vollmondnächte und hell erleuchtete Standorte vermeiden, da diese das Erlebnis erheblich verblassen lassen.

Ein Regenbogen in der Nacht
Manchmal lodert das Nordlicht, dessen wissensschaftlicher Name Aurora Borealis ist, in verschiedenen Strahlenbögen. Farbige Vorhänge, die von orange über lila und grün bis hin zu Sonnenuntergangsrot variieren, tanzen über den Himmel. Fotos sind nichts weiter als ein bleicher, statischer Schatten dieses Ereignisses.

Diese Regenbögen der Nacht reichen mitunter so weit auf die Erde hinab, dass Sie Ihre Hand ausstrecken möchten um sie anzufassen, bevor sie sich wieder in Dunkelheit auflösen. Manchmal ist es auch nur ein einem Computerbildschirm ähnelnder grüner Vorhang oder ein Lichtwirbelwind. Kein Nordlicht gleicht dem anderen.

Eine lebende Legende
Nicht überraschend, dass es genauso viele Legenden über das Nordlicht gibt, wie Menschen es gesehen haben. Schon auf schamanistischen Trommeln der Samen wurden Nordlicht-Symbole abgebildet. Im Samischen trägt das Phänomen verschiedene Namen. So wird es beispielsweise “Guovssahas” genannt, was soviel bedeutet wie ‚das Licht, das man hören kann‘. Die Samen assoziieren das Nordlicht traditionell mit Klang.

Im Zeitalter der Wikinger wurde das Nordlicht mit den Walküren in Verbindung gebracht, deren Schilder das Mondlicht reflektieren und so ein merkwürdig flackerndes Licht an den Himmel zauberten. Laut einer japanischen Legende bringt es Glück, unter Nordlicht ein Kind zu zeugen.

Explosion
Auch wenn die Realität nicht ganz so poetisch ist, ist sie doch mindestens ebenso imposant. Die Sonne ist die Mutter des Nordlichts. Mit einer großen Explosion und einem Flackerfeuer werden durch die Sonne geladene Partikel erzeugt, die in das Magnetfeld der Erde geraten. Diese Wolken schießen mit einer Geschwindigkeit von 300 bis 1.000 Kilometern pro Sekunde durch den Weltraum. Wenn die Partikel mit den Gasen der Erdatmosphäre kollidieren, leuchten sie auf und produzieren fantastische Farbschleier.

Geduld ist gefragt
Die Regionen Troms und Finnmark sind die ultimativen Standorte für einen Nordlicht-Abend. Vergessen Sie nicht, sich warm anzuziehen.

Denken Sie daran, dass Sie ganz und gar der Gnade der Natur ausgesetzt sind. Das Nordlicht spielt gern Verstecken. Die Beobachtung des Nordlichts ist oft ein Tauziehen zwischen Ihrer Geduld und dem Nordlicht selbst. Halten Sie sich darum mindestens eine Woche (am besten zwei Wochen) in einer der Nordlichtgegenden auf: Wenn das lokale Wetter sich nicht kurzerhand entschließt, Ihnen die Aussicht mit Wolken zu versperren, werden Sie sicher belohnt.

Ein „Absolutely fabulous“-Trip zum Nordlicht
Joanna Lumley, die Schauspielerin der BBC-Serie Absolutely Fabulous, träumte schon als Kind davon, einmal das Nordlicht zu sehen. Und endlich hat sich ihr Traum erfüllt. In einem großartigen BBC-Film reist sie auf der Suche nach dem Nordlicht quer durch Norwegen. Für Joanna, wie auch für viele andere, die das mystische Licht schon einmal sehen konnten, ein rundum bewegendes Erlebnis.